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Siedler- und Eigenheimervereinigung Regensburg e.V.

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letzte Änderung:

15.05.2017

Ehrung der 70-jährigen der Siedler- und Eigenheimerverinigung am Erntedanksonntag 05.10.2014

Auch dieses Jahr wurden am Erntedanksonntag die 70-jährigen Jubilare der Siedler-und Eigenheimerverinigung geehrt. Um 09:00 Uhr begann die Ehrung mit einem Gottesdienst in der Pfarrei St. Konrad, wo danach, in Begleitung des Fanfarenzuges, geschlossen zur Festhalle der VfB Gaststätte marschiert wurde. 
Nach ein paar Worten des ersten Vorsitzenden Herrn Herbert Schmid hat die Bürgermeisterin Frau Gertrud Maltz-Schwarzfischer eine Rede gehalten in der Sie die Jubilare beglückwünscht, aber ebenso verdeutlicht hat wie wichtig eine Gemeinschaft wie die Siedler-und Eigenheimervereinigung darstellt.

Eröffnungsrede des ersten Vorsitzenden Herrn Herbert Schmid

Rede der Bürgermeisterin Frau Gertrud Maltz-Schwarzfischer

Rede von Bürgermeisterin

Gertrud Maltz-Schwarzfischer

anlässlich der Ehrung

der 70 jährigen der Siedler- und Eigenheimervereinigung

am 5. Oktober 2014

___________________________________

 

Liebe Jubilarinnen und Jubilare,

sehr geehrte Siedlerinnen und Siedler,

 

eine langjährigen Tradition folgend ehrt die Siedlervereinigung immer am ersten Sonntag im Oktober ihre 70-jährigen.

 

Ich freue mich, heute bei Ihnen in der Siedlung sein zu dürfen.

 

Die Konradsiedlung hat einen besonderen Stellenwert unter den Siedlungen in Regensburg.

 

Sie alle und im Besonderen auch die Jubilare, die heuer ihren 70sten feiern können haben daran großen Anteil.

 

Der Begriff „Siedlung“ steht bei den Regensburgerinnen und Regensburgern für die Konradsiedlung.

Er steht als Synonym

  • für Zusammengehörigkeit,
  • für Nachbarschaftspflege,
  • für Gemeinschaft,

 

Was ich als Sozialbürgermeisterin in Nachfolge unseres neuen Oberbürgermeisters Joachim Wolbergs, eines meiner Vorredner an dieser Stelle, heute in der Stadt stärken und weiter ausbauen will, nämlich das generationenübergreifende Engagement für die Mitbürgerinnen und Mitbürger, wird in der Siedlung seit Jahrzehnten ununterbrochen gepflegt.

 

Dinge, die in anderen Wohngebieten, in der Anonymität von sterilen Neubaugebieten und Wohnblocks der 1960er und 1970er Jahre vielfach unerreichbar scheinen und mühsam aufgebaut werden müssen, sind hier gelebte Realität.

 

Gerade in der heutigen Zeit, einer Zeit in der der Anteil der Älteren immer mehr zunimmt und in der die Jungen vielfach aus beruflichen Gründen nicht in der Nähe ihrer Eltern wohnen können, ist diese in der Siedlung bis heute positiv gelebte Nachbarschaft ein hoher Wert.

 

Ja, ich glaube sogar, dass diese gelebte Nachbarschaft der einzige Weg ist, um die zukünftigen Herausforderungen der Gesellschaft meistern zu können.

 

Die Siedlervereinigung hat sich schon zu Anfang das Motto „Gemeinnutz vor Eigennutz“ – gegeben.

 

An diesem Motto halten Sie bis heute fest.

In einer Zeit, in der viele immer und überall nach dem Staat rufen, in einer Gesellschaft, die sich vielen als Ellbogen-Gesellschaft zeigt, ist das besonders wertvoll.

 

Man muss sich angesichts der demografischen und gesellschaftlichen Herausforderungen an die Worte von John F. Kennedy erinnern und mit ihm sagen:

„Frage nicht was dein Land

für dich tun kann,

sondern frage, was du für dein Land tun kannst.“

 

Die Mitglieder der Siedlervereinigung haben sich diesen Satz - quasi - zu eigen gemacht und dafür möchte ich Ihnen danken.

 

Ihr Motto „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ ist aktueller denn je.

 

Wenn ältere Menschen in ihren Wohnungen zu vereinsamen drohen,

wenn Kinder vernachlässigt und sich selbst überlassen werden,

wird erkennbar, wie wichtig soziale Netze und Solidarität im Wohnumfeld sind.

 

Die Aufgabe der Politik ist es Solidarität der Bürger untereinander zu wecken und zu fördern.

 

Verordnen lässt sich Solidarität nicht.

 

Man muss Rahmenbedingungen schaffen, mit denen Ehrenamtliche in Kirchen, Vereinen und Verbänden wirkungsvoll tätig werden können.

 

Dass die Bereitschaft, sich für die Gesellschaft einzusetzen vorhanden ist, zeigen vielfältige Initiativen und Projekte vom Einzelpersonen und Gruppen auch in
unserer Stadt.

 

Unsere Bereitschaft, uns für ein friedliches Zusammenleben in unserer Stadt Regensburg einzusetzen und Menschen beizustehen, die gerade jetzt auf unsere Hilfe angewiesen sind, die aus großer Not zu uns kommen, wird in nächster Zeit von uns gefordert werden.

 

In nächster Zeit werden verstärkt Flüchtlinge zu uns kommen. Wir haben in den letzten Wochen alle Anstrengungen unternommen, sie menschenwürdig unterzubringen.

 

 

John F. Kennedy brachte mit dem gerade zitierten Satz zum Ausdruck,

  • dass man nicht die Hände in den Schoß legen und glauben soll irgend wer werde sich schon um die Dinge kümmern,

sondern,

  • dass jeder Einzelne seinen Beitrag leisten kann und leisten soll für ein funktionierendes und prosperierendes Gemeinwesen.

 

Nur wer bereit ist aktiv mitzumachen, sich einzumischen, kann auch mitgestalten.

 

Eine aktive Bürgergesellschaft, die Sie in der Konradsiedlung in gewisser Weise vorleben, kann sich nicht darauf beschränken auf Angebote des Staates
oder der Politik zu warten und diese dann kritisieren oder abzulehnen.

 

Eine aktive Bürgergesellschaft muss bereit sein konstruktiv und vielleicht auch manchmal visionär zu denken um das Gemeinwesen voranzubringen.

 

Wir brauchen ein Gemeinwesen, in dem die Politik und die Politiker die Bürger als gleichberechtigte Partner sehen und in dem die Bürger bereit sind, die damit verbundene Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen und über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.

 

Wir brauchen ein Gemeinwesen in dem das St. Florians-Prinzip nicht in den Vordergrund gestellt wird.

 

Wir alle sollten uns aber immer wieder fragen, ob unsere Ziele und Anschauungen noch richtig  und gegenüber Anderen verantwortbar und vertretbar sind.

 

 

Diese Fähigkeit zum Hinterfragen des eigenen Handelns, zur Selbstreflexion, ist in unserer Gesellschaft vielfach noch nicht ausreichend vorhanden.

 

Jede und Jeder von uns, vor allem auch von uns Politikern sollte ein Auge dafür haben, die wirklich wichtigen und richtigen Dinge zu sehen.

 

Jede und Jeder von uns sollte ein Ohr dafür haben, die schweigende Mehrheit zu hören. Zumal diese oft logischer und rationaler denkt als diejenigen, die sich lautstark in Szene setzen.

 

Den diesjährigen 70ern möchte ich zu ihrem runden Geburtstag sehr herzlich gratulieren.

 

Hinter ihnen, liebe Jubilare, liegt ein gutes Stück eines Lebenswegs, der sicherlich nicht immer ohne Überraschungen im Positiven, wie im Negativen verlaufen ist.

 

In Ihnen ruht ein großer Schatz an Lebenserfahrung, der für die nachfolgenden Generationen, für Ihre Kinder und Enkel von großer Bedeutung sein kann.

 

Im sozialen Netzwerk Ihrer Familien, aber auch der Siedlung waren und sind Sie alle ein wesentlicher Bestandteil.

 

Ich wünsche mir, dass Sie sich auch weiterhin in diesem Netzwerk aktiv einbringen.

 

Als Sie im Jahr 1944 geboren wurden,

        war das keine friedliche und sichere     Zeit

 

  • waren viele Ihrer Väter zum Zeitpunkt Ihrer Geburt an der Front,
  • befand sich Deutschland im Krieg,
    dessen Endphase sich bereits abzeichnete

 

  • hatte die Zerstörung durch Luftangriffe auch Regensburg erreicht,
  • evakuierte und Flüchtlinge strömten in die Stadt,
  • landeten am 6. Juni die Alliierten in der Normandie und überschritten am 12. September bei Aachen die deutsche Grenze,
  • am 20. Juli scheiterte das Attentat auf Adolf Hitler,
  • als Sie geboren wurden, waren die beliebtesten Vornamen in Deutschland Klaus und Renate gefolgt von Karin, Monika, Hans und Peter
  • der Schlager des Jahres war La Paloma, gesungen von Hans Albers
  • der Film die Feuerzangenbowle mit Heinz Rühmann kam heraus

 

Die gebürtigen Konradsiedler unter Ihnen erblickten das Licht der Welt in der damaligen „Schottenheimsiedlung“, einem Vorzeigeprojekt des NS-Staates.

 

Sie erblickten das Licht der Welt in der Endphase einer Zeit einer Diktatur,

  • in der die Menschenrechte mit Füssen getreten wurden,
  • die Mitbürgerinnen und Mitbürger allein wegen ihres Glaubens oder ihrer Rasse verfolgte und vernichtete
  • die die Abstammung eines Menschen zu einem Wertfaktor machte,
  • die trennte in wertes und unwertes Leben,
  • die unser Land im Größenwahn in einen Krieg gegen die gesamte Welt verstrickte, was in den totalen Zusammenbruch führte.

 

Diese Zeit des Krieges und mehr noch der entbehrungsreichen Nachkriegsjahre prägten die Kindheit Ihres Geburtsjahrgangs 1944.

 

Die ersten Kinderjahre fielen bei Ihnen in die Kriegs- und Nachkriegsjahre.

 

Ihre Teenagerphase und Jugendjahre  aber waren die Zeit

  • vom Petticoat und Nietenhosen,
  • von Twist und Rock´n Roll,
  • von Vespa und VW Käfer,
  • von Elvis Presley und James Dean
  • von Conny Froboess und Peter Kraus.

 

Es waren die Wirtschaftwunderjahre der 1950er und 1960er, aber auch die gesellschaftlichen Umbrüche der 1968er-Bewegung.

 

Für die, von jeder und jedem Einzelnen von Ihnen, in diesen Jahren erbrachte Aufbauleistung für unser Land möchte ich Ihnen herzlich danken.

 

Ohne Ihre Aufbauleistung wäre vieles, was uns heute selbstverständlich ist, nicht entstanden.

 

Dies muss die Politik bei allen Diskussionen um die Generationengerechtigkeit der sozialen Sicherungssysteme immer im Auge behalten.

 

Die Generation der heute 70 jährigen hat mit die Grundsteine in unserem Land gelegt. Grundsteine auf denen das Deutschland und das geeinte Europa des Jahres 2014 noch heute sicher und fest stehen.

Grundsteine für Demokratie, Frieden, Freiheit und Sicherheit.

 

Aus der Erfahrung Ihrer Kindheit und Jugend heraus ist die Überzeugung in unserem Land gewachsen und durch ihre Generation vermittelt worden,

  • dass es nie wieder Krieg geben darf,
  • dass der Schutz von Minderheiten ein hohes Gut ist und
  • dass nie wieder ein totalitäres Regime die Oberhand gewinnen darf.

 

Und damit schließt sich der gedankliche Kreis meiner Rede - zurück, zum sozialen Zusammenhalt, zur Pflege guter Nachbarschaft und gelebten positiven Traditionen in der Siedlung.

 

Gerade diese in der Konradsiedlung beispielhaft gepflegten Tugenden sind Garanten dafür, dass unser Land auch in Zukunft in Frieden und Freiheit für Alle, gleich welcher Religion, Nationalität oder Weltanschauung ein lebenswertes Land sein wird.

 

Der Siedlervereinigung unter der Führung von Herbert Schmid wünsche ich die Kraft, weiterhin die über Jahrzehnte gelebten Werte und Normen für ein gemeinschaftliches Zusammenstehen zu bewahren und der Jugend vermitteln zu können.

 

Den Jubilarinnen und Jubilaren wünsche ich zum 70-sten alles Gute und einen erfüllten Lebensabend, den sie sich vor dem Hintergrund ihrer Lebensleistung mehr als verdient haben. Und vor allem: viel Gesundheit!

 

Nochmals vielen Dank für die Einladung, heute hier dabei sein zu dürfen.

 

ALLES GUTE!

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Ehrung der 70-jährigen Jubilare
Mit auf dem Bild sind von links angefangen..
Fritz Sessler (Schriftführer); Herbert Schmid (Erster Vorsitzender); Alfred Waldenmayer (Kassier); Erich Tahedl (Beirat); Alfred Mayer (Zweiter Vorsitzender); Gertrud Maltz-Schwarzfischer (Bürgermeisterin); Thomas Eckert (Stadtpfarrer); Thomas Thurow (Beirat)

Ehrung der "Austräger" des Nachrichtenblattes der Siedler- und Eigenheimervereinigung.

Rede des Stadtpfarrers Thomas Eckert von der Pfarrei St. Konrad.


Vielen Dank an die Helfer die diesen schönen Erntedankaltar geschmückt haben.

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